103. Konzertsaison

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Aktuelles


103 Jahre
Konzertverein Ingolstadt

Das Orion-Streichtrio begeistert mit abwechslungsreichem Programm

Musikalische Gefühlswelten

Musik habe den Zweck, Gefühle beim Publikum zu wecken - das soll der Komponist Alfred Schnittke einmal gesagt haben.
Diese Aufgabe hat sich am vergangenen Donnerstagabend auch das Orion-Streichtrio im Ingolstädter Festsaal im Stadttheater vorgenommen. Auf Einladung des Konzertvereins Ingolstadt präsentierten die drei Musiker ein Programm zum Schwelgen, aber auch eines mit Ecken und Kanten.
Die Ecken und Kanten standen sicher im Mittelpunkt des "Streichtrios" von Alfred Schnittke. Sein zweisätziges Werk basiert auf der simplen Melodie des Geburtstagsliedes "Happy Birthday", da Schnittke es als Auftragsarbeit zum 100. Geburtstag von Komponist Alban Berg geschrieben hat. Wer im Publikum aber ein fröhliches Geburtstagsständchen erwartet hatte, wurde überrascht: Nachdem das Orion-Streichtrio das Motiv romantisch liebevoll vorstellte, bohrten sich anschließend kantige Harmonien in Moll und Dur, hämmernde Staccato-Rhythmen und wuchtige Akkorde in die Ohren der Zuhörer. Geigerin Soyoung Yoon, Veit Hertenstein an der Viola und Cellist Sebastian Klinger gingen schwungvoll mit ihren Bögen in die Saiten und warfen sich die komplexen Akkorde und Motive gegenseitig zu, so dass sich ihre Energie auf das Publikum übertrug. Musikalisch vollbrachten die drei Musiker ein Meisterwerk, da Sebastian Klinger für den erkrankten Cellisten Benjamin Gregor-Smith eingesprungen war und die Probenzeit für das Trio nur sehr kurz war. Trotzdem schaffte das Ensemble es, das technisch und interpretatorisch schwierige Stück lebendig werden zu lassen - mit viel Gefühl, denn so erschloss sich das komplexe Werk auch für das Publikum am besten: Kopf aus, Gefühl an. Nach dem heiteren "Allegro" des unvollendeten "Streichtrio in B-Dur" von Franz Schubert vermittelte das Ensemble dem Publikum das Gefühl der Leichtfüßigkeit bei Zoltán Kodálys an ungarische Volksmusik erinnerndem "Intermezzo für Streichtrio". Mit den vier Sätzen der "Miniatures" von Antonin Dvo? ák hatte das Trio ein Wechselbad der Gefühle im Programm. Die "Cavatine" schwebte romantisch vor sich hin, während im "Capriccio" energischere Bogenstriche die markanten Motive akzentuierten. Die liebliche Melodie der "Romanze" sang Soyoung Yoon auf ihrer Violine buchstäblich über den Begleitstimmen träumerisch vor sich hin, während das Trio in der "Ballade" tief traurig vor sich hin seufzte.
Der DONAUKURIER berichtete am 12/13.10.2019 von dem Konzert mehr lesen.

Fotos: Bernhard Schaffer vom Konzert am 10.10.2019

BR-Klassik hat das Konzert am 10.10.2019 mit dem Orion Streichtrio Basel aufgezeichnet und wird es am 04.01.2020 um 15.05 Uhr senden.

     

Bayerischer Kunstförderpreis 2019 für Raphaela Gromes

Auszeichnung wird im November verliehen

München, 05.08.2019. Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) hat die diesjährigen Träger des Kunstförderpreises in der Sparte Musik und Tanz bekannt gegeben. Ausgezeichnet werden die Münchner Cellistin Raphaela Gromes, die Absberger Organistin Angela Metzger, das Verworner Krause Kammerorchester (VKKO) sowie der Balletttänzer Alexsandro Akapohi vom Nürnberger Staatstheater. Der Bayerische Kunstförderpreis soll die kommende künstlerische Entwicklung der ausgezeichneten Nachwuchskünstler unterstützen. Die Auszeichnung ist für Einzelkünstler mit 6.000 Euro, für Ensembles mit 10.000 Euro dotiert. Verliehen werden die Preise der Sparte Musik und Tanz gemeinsam mit den anderen Sparten im November in München.

Die Cellistin Raphaela Gromes wurde 1991 in München geboren. Sie begann mit vier Jahren, Cello zu spielen. Zusammen mit ihren Eltern, beide Cellisten, stand sie ab dem Alter von sieben Jahren auf der Bühne. Zwischen 2006 und 2010 war sie Jungstudentin an der Hochschule für Musik in Leipzig. Anschließend begann sie ein Cellostudium an der Musikhochschule in München bei Prof. Wen-Sinn Yang und führte ihre Studien 2013/14 bei Prof. Reinhard Latzko an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien fort, ergänzt durch Meisterkurse bei David Geringas, Natalia Gutman, Daniel Müller-Schott, Anner Bylsma und Peter Bruns. Als Solistin debütierte sie mit dem Cellokonzert von Friedrich Gulda. In der Folge trat sie mit zahlreichen Orchestern des In- und Auslands auf, darunter die Münchner Symphoniker sowie die Tschechische Philharmonie, und gastierte bei mehreren internationalen Festivals. Die Widmungsträgerin mehrerer zeitgenössischer Cellowerke beschäftigt sich neben ihrer solistischen Tätigkeit vor allem mit Kammermusik. Hier nimmt insbesondere das Duospiel mit dem Pianisten Julian Riem eine zentrale Stellung ein. Sie ist Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe; erste Preise bekam sie etwa beim Concorso Fiorindo Turin (zusammen mit der Violinistin Amelie Böckheler), beim Strauss-Wettbewerb und dem Kulturkreis-Gasteig-Wettbewerb. Die Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie der Yehudi Menuhin Live Music Now Initiative spielt ein Instrument von Jean Baptiste Villaume (circa 1855).

Angela Metzger wurde im fränkischen Absberg geboren. Sie studierte an der Münchner Hochschule für Musik und Theater Kirchenmusik sowie Konzertfach Orgel bei Prof. Edgar Krapp und Prof. Bernhard Haas. Außerdem studierte sie Oboe am Innsbrucker Landeskonservatorium bei Konrad Zeller. Während dieser Zeit erhielt sie Stipendien wie eine Unterstützung des Cusanuswerks und das Deutschlandstipendium. Im Winter 2017/18 übernahm sie eine Professurvertretung an der Musikhochschule München. Als Musikerin spielt sie auf historischen und modernen Instrumenten Stücke aus der Renaissance bis hin zu neuen Kompositionen. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem bei Wettbewerben in Tokio, Saint-Maurice und Wuppertal sowie beim ARD-Wettbewerb in München. Außerdem ist sie Trägerin des Bayernwerk-Kulturpreises.

Das Verworner Krause Kammerorchester wurde 2014 von Christopher Verworner und Claas Krause gegründet, die beide Komposition an der Musikhochschule München studierten. Es besteht aus Streichern, Bläsern sowie einer Jazzgruppe, die von elektronischen Elementen unterstützt werden. So soll sich „zwischen den gewohnten Erscheinungsformen aktueller Musik“ bewegt werden. Insgesamt sind 18 Musiker beteiligt, von denen einige noch studieren. Zusätzlich arbeitet das Ensemble mit Tänzern der Iwanson School of Contemporary Dance zusammen.

Der Freistaat Bayern verleiht in jedem Jahr bis zu 16 Kunstförderpreise an Nachwuchskünstler, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, über außergewöhnliche Begabung verfügen und hervorragende Leistungen vorweisen können. Er wird in den vier Sparten bildende Kunst, darstellende Kunst, Musik und Tanz sowie Literatur vergeben. Die Preise sind für Künstler gedacht, die höchstens 40 Jahre alt sind und ihren Lebensmittelpunkt in Bayern haben. Dotiert sind die Auszeichnungen mit 6.000 bis 10.000 Euro.

     

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