101. Konzertsaison

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Sol Gabetta, Violoncello - Capella Gabetta

Donnerstag, 15. Dezember.2016

Sol Gabetta, Violoncello

Biografie [556 KB]

Capella Gabetta

Biografie [51 KB]

Andrès Gabetta, Violine und Leitung


Der weltweit erfolgreiche Superstar Sol Gabetta (Echo Klassik Preise 2007, 2009, 2011, 2013) und ihr Bruder Andrès gastieren regelmässig mit ihrem Barockorchester in Paris, Harnburg. Wien, Baden­Baden sowie bei Int. Musikfestivals. Höchster Kunstgenuss!

     
Vortragsfolge  
José de Nebra (1702-1768)  
  Seguidilla aus "Amar y ser armado y la divina Philotea"

2 Seguidillas aus "Vendado es amor, no es ciego"
Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)  
  Sinfonia Es-Dur Wq 179
Luigi Boccherini (1743-1805)  
  Cellokonzert Nr.10 D-Dur G.483
Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)  
  Cellokonzert A-Dur Wq 172
Luigi Boccherini (1743-1805)  
  Sinfonia No.6 "La Casa Del diavolo"

Höllentanz und atemlose Stille
Sol Gabetta und ihr Bruder Andrés gaben ein furioses Festkonzert beim Konzertverein Ingolstadt


"Stille ist die Voraussetzung von Musik", hat der Pianist Alfred Brendel bei einem Konzert in der Münchner Philharmonie einmal gesagt, als er sich allzu sehr von den vielen Hustern im Saal gestört fühlte. Aber der Satz hat auch anders herum eine wichtige Bedeutung: Hervorragende Musik erzeugt Stille.

Beim Konzert der Cellistin Sol Gabetta zusammen mit der Cappella Gabetta am Donnerstagabend herrscht einige Momente lang atemlose Lautlosigkeit im nahezu ausverkauften Festsaal. Die Ruhe ist so intensiv, dass man glauben könnte, das Publikum sei gelähmt, jede Bewegung unmöglich geworden. Der Augenblick tritt ein, als Gabetta die Kadenz im zweiten Satz des A-Dur-Cello-Konzerts von Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) spielt. In dem tiefmelancholischen Satz macht sich einige Momente lang völlige Verlorenheit breit. Die Töne wollen sich nicht mehr zu Melodien zusammenfügen. Immer wieder formt das Cello Girlanden, Anflüge von sich kristallisierender Schönheit, Versuche, die dann abbrechen und in lange Pausen münden. Erfüllte Pausen des Nachhörens, wie die Musik sich im Saal ausbreitet. Sol Gabetta spielt das mit atemberaubender Intensität. Mit dem Mut, sich Zeit zu lassen, der Verzweiflung Raum zu geben.
Es ist dieser extreme Einsatz, der das Spiel dieser erstaunlichen Cellistin an diesem Abend des Konzertvereins Ingolstadt zu einem verblüffenden Ereignis werden lässt. Und natürlich auch das Einfühlungsvermögen der Cappella Gabetta unter der Leitung des Konzertmeisters und Bruders der Cellistin, Andrés. Nach der Kadenz scheint das Ensemble wie unter Schock zu stehen. Im Nachspiel ist kein wirklich lauter Ton mehr denkbar, die Melodien sind wie ein leise geflüstertes Nachbeben.

Der DONAUKURIER berichtete am 17./18.12.2016 von dem Konzert. Lesen Sie hier mehr


Fotos: Bernhard Schaffer vom Konzert am 15.12.2016