103. Konzertsaison

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Mandelring Quartett, Tae-Hyung, Klavier

Freitag, 24. Januar 2020

Sebastian Schmidt, Violine
Nanette Schmidt, Violine
Andreas Willwohl , Viola
Bernhard Schmidt, Violoncello

Biografie [209 KB]

Tae-Hyung Kim, Klavier

Biografie [73 KB]

Vortragsfolge  
Ludwig van Beethoven (1770-1827)  
  Streichquartett op.18 Nr.3 D-Dur
Fernand de la Tombelle (1854-1928)  
  Streichquartett E-Dur op.36 (1897)
Robert Schumann (1810-1856)  
  Klavierquintett Es-Dur op.44


BR-Klassik hat das Konzert aufgezeichnet.

Fragile Zartheit, energetische Dichte
Das Mandelring-Quartett und sein neuer Pianist Tae-Hyung Kim begeistern beim Konzertverein im Ingolstädter Festsaal

Längst ist das international ebenso gefeierte wie preisgekrönte Mandelring-Quartett zum umjubelten Dauergast in Ingolstadt avanciert.
Sein Besuch wurde auch diesmal wieder mit besonderer Vorfreude erwartet.

Dass die vier Musiker - die Geschwister Sebastian, Nanette und Bernhard Schmidt (Violinen und Cello) im Verbund mit dem Bratschisten Andreas Willwohl - unangefochten zu den führenden Streichquartetten unserer Zeit gehören, wird bereits bei Beethovens frühem op. 18 Nr. 3 sofort hörbar. Nicht nur unendliche Zartheit, fließende Weichheit, ja fast gläsern schwebende Fragilität zeichnet ihr Spiel aus (wie etwa gleich zu Anfang oder im Andante con moto), sondern auch leidenschaftliche Verve und spannungsgeladene, energetische Dichte (vor allem im finalen Presto). So setzt das Ensemble auch für die radikalen Attacken und schroffen Wechsel, die sich dabei ganz natürlich wie von selbst zu ergeben scheinen, stets auf hochpräzise Abstimmung, auf feinste klangliche Ausbalancierung.

Als überraschende Entdeckung erweist sich das spätromantische Streichquartett in E-Dur des Franzosen Fernand de La Tombelle, welches Jörg Sebastian Schmidt, der Vater dreier Mandelrings, während seines Studiums in einem Pariser Antiquariat aufgespürt hatte. Diese ungemein expressiven, auf ihre harmonisch ganz eigentümliche Weise berührenden Tonfärbungen, die im Eingangsmotiv an den Stil Massenets erinnern, gestalten die Künstler mit äußerstem Empfindungsreichtum aus. Das Largo wie das Adagio nehmen sie in sanft schillerndem Vibrato, erwecken in sinnlicher Ästhetik die glühende Leuchtkraft des mächtigen emotionalen Untergrunds zu melancholischem Leben. Für Schumanns richtungsweisendes, gattungsbegründendes Klavierquintett in Es-Dur betritt nach der Pause dann zudem der junge koreanische Pianist Tae-Hyung Kim die Bühne. Nun können alle Fünf aus dem Vollen ihrer Interpretationsstärke schöpfen: Brillante Eleganz und noble Finesse vereinen sie hier mit rauschhaftem Schwung und schier überbordender Vitalität.

Der DONAUKURIER berichtete von dem Konzert mehr lesen.

Fotos Bernhard Schaffer