103. Konzertsaison

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Saison 2019/2020

Das Orion-Streichtrio begeistert mit abwechslungsreichem Programm
Musikalische Gefühlswelten

Musik habe den Zweck, Gefühle beim Publikum zu wecken - das soll der Komponist Alfred Schnittke einmal gesagt haben.
Diese Aufgabe hat sich am vergangenen Donnerstagabend auch das Orion-Streichtrio im Ingolstädter Festsaal im Stadttheater vorgenommen. Auf Einladung des Konzertvereins Ingolstadt präsentierten die drei Musiker ein Programm zum Schwelgen, aber auch eines mit Ecken und Kanten.
Die Ecken und Kanten standen sicher im Mittelpunkt des "Streichtrios" von Alfred Schnittke. Sein zweisätziges Werk basiert auf der simplen Melodie des Geburtstagsliedes "Happy Birthday", da Schnittke es als Auftragsarbeit zum 100. Geburtstag von Komponist Alban Berg geschrieben hat. Wer im Publikum aber ein fröhliches Geburtstagsständchen erwartet hatte, wurde überrascht: Nachdem das Orion-Streichtrio das Motiv romantisch liebevoll vorstellte, bohrten sich anschließend kantige Harmonien in Moll und Dur, hämmernde Staccato-Rhythmen und wuchtige Akkorde in die Ohren der Zuhörer. Geigerin Soyoung Yoon, Veit Hertenstein an der Viola und Cellist Sebastian Klinger gingen schwungvoll mit ihren Bögen in die Saiten und warfen sich die komplexen Akkorde und Motive gegenseitig zu, so dass sich ihre Energie auf das Publikum übertrug. Musikalisch vollbrachten die drei Musiker ein Meisterwerk, da Sebastian Klinger für den erkrankten Cellisten Benjamin Gregor-Smith eingesprungen war und die Probenzeit für das Trio nur sehr kurz war. Trotzdem schaffte das Ensemble es, das technisch und interpretatorisch schwierige Stück lebendig werden zu lassen - mit viel Gefühl, denn so erschloss sich das komplexe Werk auch für das Publikum am besten: Kopf aus, Gefühl an. Nach dem heiteren "Allegro" des unvollendeten "Streichtrio in B-Dur" von Franz Schubert vermittelte das Ensemble dem Publikum das Gefühl der Leichtfüßigkeit bei Zoltán Kodálys an ungarische Volksmusik erinnerndem "Intermezzo für Streichtrio". Mit den vier Sätzen der "Miniatures" von Antonin Dvo? ák hatte das Trio ein Wechselbad der Gefühle im Programm. Die "Cavatine" schwebte romantisch vor sich hin, während im "Capriccio" energischere Bogenstriche die markanten Motive akzentuierten. Die liebliche Melodie der "Romanze" sang Soyoung Yoon auf ihrer Violine buchstäblich über den Begleitstimmen träumerisch vor sich hin, während das Trio in der "Ballade" tief traurig vor sich hin seufzte.
Der DONAUKURIER berichtete am 12/13.10.2019 von dem Konzert mehr lesen.

Von höchster Feingliedrigkeit zu eruptiven Urgewalten
Das Busch Klaviertrio eröffnet phänomenal die neue Konzertvereins-Saison mit Mozart, Mendelssohn und Schubert

Was für eine wunderbare Fügung!Mit dem Auftritt des Busch Klaviertrios aus England beim Konzertverein kam zum Spielzeit-Auftakt nicht nur ein europaweit ausgezeichnetes Kammerensemble nach Ingolstadt, sondern es kehrte auch die wertvolle Geige des berühmten namensgebenden Violinisten Adolf Busch, mit der er im März 1933 hier sein letztes Konzert vor seiner Emigration gegeben hatte, noch einmal zurück. Denn genau dieses Instrument, eine Guadagnini, spielt heute der niederländische Geiger Mathieu van Bellen. Und das tut er im kongenialen Verbund mit seinen Partnern, den Brüdern Ori und Omri Epstein (Cello und Klavier) in geradezu exorbitanter Manier.
Zunächst in Mozarts letztem G-Dur-Trio KV 564, einer zauberhaften Miniatur-Kostbarkeit, welche vor allem durch ihre heitere Schlichtheit, durch fröhliche Unbeschwertheit besticht. Die drei Musiker gehen aber voll sprühender Energie noch weit über solche Qualitäten hinaus, kleiden sie in vornehme Brillanz, in galante Zartheit, sprudelnde Lebendigkeit und temperamentvolle Finesse. Besonders im tänzerischen Siciliano-Rhythmus des abschließenden Allegretto fördern sie eine unbändige, förmlich lächelnde Gelöstheit zu Tage.
Der DONAUKURIER berichtete am 27.09.2019 von dem Konzert mehr lesen.